Es geht um die Renaturierung der Ems im Bereich Hembergen / Saerbeck.
Endlich liegt diese wichtige Sache in den Händen von
Umweltminister Eckhard Uhlenberg und Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek.
Hoher Besuch aus Düsseldorf und Münster war am 05. Sept. 2008 angesagt.
Josef Tumbrink, als Vorsitzender des NABU NRW und Heinz Rinsche, als Vertreter der Schutzgemeinschaft Ems begrüßen Umweltminister Eckhard Uhlenberg und Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek beim Ortstermin in Hembergen recht herzlich.
Zum gemeinsamen Erörterungstermin mit Behördenvertretern des Kreises Steinfurt, der Gemeinden Saerbeck und Emsdetten, Parteivertretern, betroffenen Landwirten, Anliegern, Vertretern der Biologischen Station, Naturschützern von BUND und NABU sowie der Presse geht es in die Emsaue.
Es geht um die Situation an der Ems ............
Die Flussausbaumaßnahmen an der Ems, die in der Zeit von 1934 bis ca. 1960 durchgeführt wurden, haben aus dem natürlichen Sandfluss "Ems" einen größtenteils wenig attraktiven Kanal werden lassen.
Der Lauf der Ems wurde begradigt und um ca. 1/3 reduziert, das Flussbett wurde vertieft und mit Steinschüttungen versehen. Dadurch erhöhte sich die Fließgeschwindigkeit der Ems. Zur Regulierung mussten zudem Staustufen eingebaut werden. Das Flussbett liegt heute hier ca. 1,50 - 2 Meter unter dem alten Niveau.
Die ökologische Funktion der Ems als natürlicher Lebensraum ging größtenteils verloren.
Seit 1986 kämpft die Schutzgemeinschaft Ems, unter Führung und großem Engagement von Heinz Rinsche um die Renaturierung der Ems.
Es muss gelingen, in den nächsten Jahren unsere Fließgewässer wieder in einen naturnäheren Zustand zu bringen.
"Die Ems muss wieder krumm werden"
Die Wasser-Rahmen-Richtlinie (WRRL) der EU, sowie Landeswassergesetz, Gewässer-Auen-Programm und das Ems-Auen-Schutzkonzept können beim erforderlichen Rückbau der Ems zu einem naturnahen Fluss herangezogen werden.
Wir hoffen, dass man nun auch Seitens des Landes gewillt ist, im Kreis Steinfurt Zeichen zu setzen. Denn nachdem die Renaturierungsmaßnahme im Bereich der Bevermündung (Münster / Warendorf) vorbildlich, erfolgreich abgeschlossen sind, meinen wir, dass es nun endlich an der Zeit sein muss, die Wideranbindung des Altarms bei Entrup in Hembergen/Saerbeck Wirklichkeit werden zu lassen.
Sofern dieser Altarm wieder an die Ems angebunden ist, so wird sich ein großes Stück natürlicher Emslandschaft mit den schon renaturierten Bereichen Posberg und Saerbecker Mühlenbach ergeben. Sozusagen 2 km Bilderbuch-Ems mehr.
Nun endlich liegt diese
wichtige Sache in den
Händen von Umweltminister
Eckhard Uhlenberg und Regierungspräsident
Dr. Peter Paziorek.
Wichtig bei diesem Termin ist, dass gemeinsam mit Behördenvertretern des Kreises und der Gemeinden Saerbeck und Emsdetten, betroffenen Landwirten, Anliegern und Naturschützern die Gegebenheiten der Liegenschaften am betroffenen Emsabschnitt dargelegt und die Detailfragen diskutiert werden.
Die bisher ausgearbeiteten Pläne werden von den Fachbereichsleitern erläutert.
Hier ist geplant, die Ems durch einen stabilen Damm dicht zu machen, so dass sie wieder durch den Altarm fließen muss. Die jetzige Flussrinne wird dann nur noch bei Hochwasser überflutet.
Bei der Planung und Durchführung der Maßnahmen muss sichergestellt werden, dass die Interessen der Landwirtschaft einvernehmlich gelöst werden.
Der Bestandsschutz der wirtschaften Landwirtschaft darf auch langfristig nicht durch die Maßnahmen gefährdet werden. Die Eigentumsrechte angrenzender Länderein müssen ggfls. im Rahmen einer nachhaltigen Flurbereinigung geklärt werden.
Zukünftig soll sich der Fluss wieder ungehindert in den Uferbereichen ausweiten können, zusätzlicher Hochwasserschutz erscheint nicht erforderlich.
Dann ist da noch die Brücke, und... und..
Es gibt viel zu tun und die Probleme liegen in den Details.
Ein sicherlich nicht ganz einfaches Projekt. Trotzdem sollte die baldige Realisierung dieser Pläne möglich sein.
Schaut man sich nämlich den Altarm an, so kann man ermessen, wie sich hier der einzigartige Sandfluss Ems sein Bett gegraben hat - mit höchst unterschiedlichen Ufern, Sandbänken und auch Kolken.
Eisvogel und Uferschwalben, Schwanenblume und Blaufügel-Pracht libelle, Hecht und Aal finden hier ihren Lebensraum. Schwarzdorn und Pfaffenhütchen bilden dichte Gebüsche: Weit und breit dürfte es kein Gebiet geben, wo so viele Nachtigallen den Maiabend verzaubern. Auch der so seltene Pirol ist hier Stammgast. Sein exotisches Aussehen und sein so melodisches Flöten begeistern jeden Naturfreund.
Auch die "Wasserbauer" werden solch ein Krumm-Machen der Ems begrüßen. Denn je kurvenreicher ein Fließgewässer, desto geringer die Fließgeschwindigkeit. Das aber bewirkt, dass sich Sand in der Sohle absetzt. Der weiteren Eintiefung der Ems wird also gegengesteuert.
Der Abschluss der Veranstaltung findet in der Gaststätte Lanvers-Gier statt.
Zum Dank gibt es 2 Kisten Apfelsaft von den heimischen Streuobstwiesen
und Heinz Rinsche überreicht die unterzeichnete Resolution der Schutzgemeinschaft Ems sowie die Unterschriftenliste an den Umweltminister Eckhard Uhlenberg.
Im Schlussstatement erklärt der Umweltminister Uhlenberg, "dass man sich bemühen werde, im Rahmen der Möglichkeiten die Planung und Umsetzung der Renaturierungsmaßnahmen "Altarm Entrup Hembergen/Saerbeck" zügig fort zu führen".
"Die Mühlen der Verwaltung mahlen langsam, aber sie mahlen".
Auch der Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek erklärt, "dass er die Realisierung des Projektes favorisiere. Seine Behörde als zuständiger Fachbereich werde sämtliche Erfordernisse einer schnellen Umsetzung der Pläne zügig angehen. Trotzdem müssten alle Beteiligten zeitlich noch etwas Geduld mitbringen, denn die Mühlen der Verwaltung...."
In diesem Sinne hoffen alle Beteiligten, dass die Ergebnisse spätestens in 3Jahren in der Landschaft zu sehen sein werden.
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für das große Engagement in dieser Sache.
Emsdetten, den 05. September 2008
Bericht: Friedel Hesseling Fotos (5): Bernd Oberheim
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